Donnerstag, 28. Mai 2020, 20:00 Uhr
Gesellschaftliche Probleme des Alterns

Die meisten Gesellschaften in Europa, Nordamerika und Asien befinden sich auf dem Wege zu "grauen Gesellschaften". In den letzten 150 Jahren hat sich die Lebenserwartung von etwa 40 auf 80 Jahre verdoppelt. Gegenwärtig haben mehr als 20 Prozent der Bevölkerung die faktische Pensionsgrenze von 60 Jahren überschritten, bis zum Jahre 2030 wird ihr Anteil auf 38 Prozent ansteigen. Zugleich wächst auch die Zahl der Hochbetagten und Langlebigen. Insgesamt hat sich die gesundheitliche und finanzielle Lage alter Menschen nachhaltig gebessert. Alter wird immer vielfältiger und ist nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen (allenfalls dadurch, dass fast alle alten Menschen keinen Beruf mehr ausüben). Alter ist zu einer eigenständigen Phase des Lebens geworden. Dadurch ergeben sich nicht nur für das Individuum, sondern vor allem für die Gesellschaft massive Probleme: Politik orientiert sich an dem großen Wähler-Potential alter Menschen, die vor allem an Sicherheit und Verteilung interessiert sind, wodurch Produktion und Innovation in den Hintergrund geraten. Längt wird in anderen Ländern über "Gerechtigkeit im Lebensverlauf“, aber auch über die Kontingentierung von Gesundheitsleistungen im Alter oder über eine Begrenzung des Wahlrechts alter Menschen diskutiert.

Prof. Dr. Hans-Werner Prahl, VHS-Saal

 

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